| Fast 80 Jahre Bürgerverein!
Jede Tradition hat ihren Anfang. Wie alles begann und wie
sich der Verein in den letzten 79 Jahren seit der Gründung
entwickelt hat, erfahrt ihr in der Chronik des Bürgervereins
in Text und Bild. Viel Spaß dabei.
1927 | Gründung des Bürgervereins
Engagierte Rommerskirchner luden im Herbst 1927 zur Gründerversammlung
in die Gaststätte „Thomas“ ein. In gut besetzter
Runde wurde Heinrich Dufrenne sen. zum ersten Präsidenten
des Bürgervereins gewählt. Willi und Christian Düppers,
Mathias Könen, Stefan Otten, Hans Keller und Johann Holz
ergänzten als Männer der „ersten Stunde“
die Vorstandsriege.
Fünf Züge, die da waren Artillerie, Grenadiere,
Jägerzug, Marine und die Schill´schen Offiziere,
legten den ersten Grundstein des Rommerskirchener Regiments.
An die Regimentsspitze wurde zum Oberst Michael Schmitz gewählt,
der von seinem Adjutanten Heinrich Schmitz in der Zukunft
kräftig unterstützt werden sollte. Dass auch alles
amtlich wurde, dafür sorgten Peter Küx und Rudolf
Franzen bei der Verwaltung.
1928 | Das erste Schützenfest
Das
erste Schützenfest in Rommerskirchen wurde im August
1928 gefeiert. Mit Johann Hurtz hatte der Verein seinen ersten
König und der fuhr "generalstabsmäßig"
mit einer sechsspännigen Karosse unter dem Jubel der
vielen Zuschauer während des Festzuges durch das Dorf.
Gleich im ersten Schützenjahr gab es auch für die
jüngsten Dorfbewohner einen Höhepunkt: Auf der Nessler-Wiese
fand eine Kinderbelustigung - die noch Heute fester Bestandteil
des Programmablaufs ist - statt.
Die Begeisterung und das Engagement innerhalb der Bevölkerung
und bei allen Aktiven während der ersten Schützenfesttage,
trug dazu bei, dass dieses Ereignis aus dem Dorfleben nicht
mehr wegzudenken war. Und auch die vielen Karnevalsambitionen
wurden regelmäßig fortgeführt.
1933-49 | Die Kriegsjahre
Der Verein entwickelte sich in den folgenden Jahren trotz
der großen Wirtschaftskrise bestens, Johann Schneider
übernahm 1933 das Präsidentenamt, und das Jahr 1939
brachte - wie in so vielen Lebensbereichen - einen Abriss
in der Schützenfestgeschichte. Obgleich die Vorbereitungen
zum Schützenfest bereits abgeschlossen waren, kam es
nicht dazu. Peter Küx konnte aufgrund des Kriegsausbruches
nicht gekrönt werden. Und auch in den folgenden Jahren
sollte es kein Schützenfest geben.
Gezeichnet von den Eindrücken der Kriegs- und Nachkriegsjahre,
gelang es der Rommerskirchener Bevölkerung trotzdem,
die Freude am Schützenfest wieder aufleben zu lassen.
Unter der Präsidentschaft von Willi Roleff wurde die
Tradition wieder ins Leben gerufen und mit Peter Maassen August
1949 der erste Nachkriegskönig gekrönt.
1950-69 | Der Bürgerverein wächst
und gedeiht
In den folgenden Jahren entwickelte sich der Bürgerverein
„prächtig“, es kam zu immer neuen Zuggründungen.
Unter der Regie von Peter Dufrenne wurde 1950 der Jägerzug
„Brav Jonge“ gegründet, 1952 startete der
Jägerzug „Veilchenblau“ aus Gill seine Schützenkarriere.
1954 übernahm Heinrich Dufrenne jun. das Amt des Präsidenten,
1967 wurde er von Karl Küppenbender abgelöst. Als
besonderes Schmuckstück des Regiments baute die Artillerie
in diesem Jahr bereits ihre dritte Kanone. Dies war nötig,
da die erste Kanone aus dem Gründerjahr, 1942 von der
Wehrmacht beschlagnahmt worden war und die zweite Kanone bereits
gekennzeichnet war von den „schweren Gefechten“
der zurückliegenden Schützenfeste. Ebenso musste
die von Paul Fuchs gestiftete Feldküche 1969 ausgetauscht
werden.
Das der Ablauf des Schützenfestes noch um ein weiteres
Highlight bereichert werden konnte, erlebten die Rommerskirchener
1971: Erstmals wurde in diesem Jahr ein Feuerwerk „abgebrannt“.
Mittlerweile über die Grenzen hinaus bekannt, lockt dieses
Spektakel Jahr für Jahr traditionell am Dienstagabend
- vor dem Krönungsball - viele Besucher unter den Feuerwehrturm.
Minutenlang wird dann der Rommerskirchener Himmel unter den
begeisterten „Ah“ - und „Oh“ - Rufen
des Publikums und zu Ehren des amtierenden Königspaares
hell erleuchtet und künstlerisch in Szene gesetzt.
1977 | 50jähriges Jubiläum
Unter der Präsidentschaft von Karl Küppenbender
feierte der Bürgerverein 1977 sein 50jähriges Jubiläum.
Das Regiment im Jubeljahr führte Oberst Ulli Katz gemeinsam
mit seinem Adjutanten Günter Fetten. Mit einem großen
Gala-Programm wurde das Goldjubiläum eingeläutet
und die Rommerskirchener Schützenfamilie ein großartiges
Fest. Zum Höhepunkt zählte zweifelsohne der Festumzug,
den es seinesgleichen in der Gemeinde vorher noch nicht gegeben
hatte: Aus alle Ortschaften kamen die amtierenden Königspaare
der Bruderschaften und Schützenvereine. Viele Gastzüge
aus der Großgemeinde Rommerskirchen - aber auch über
die Grenzen hinaus- marschierten in dem Jubiläums-Festzug
durch die Rommerskirchener Straßen und erwiesen den
Bürgerverein damit letzendlich auch die Anerkennung für
die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Seit Mitte
der 60er Jahre wurden kontinuierlich neue Züge gegründet,
so das im Jubiläumsjahr das Regiment 16 Züge zählte.
1980-2000 | „Heinzel-Schützen“
und „Brezel-Raddern“
Anfang der 80er Jahre wurde der traditionell immer am 2. Januar-Samstag
stattfindende Kameradschaftsabend aus dem Saale Hurtz in die
Pausenhalle am Nettsheimer Weg verlegt. Damit wurde dem immer
größer werdenden Besucherzuspruch Rechnung getragen.
Gleichzeitig mit dem Umzug wurde auch das bis heute gültige
"Brezel-Raddern" ins Leben gerufen. Eine bis heute
wichtige Entscheidung wurde im Jahr 1983 getroffen: Seit diesem
Jahr haben beim Kameradschaftsabend die jeweiligen Wachzüge
des künftigen Königs die Möglichkeit, die Bewirtung
in Eigenregie durchzuführen und somit die „"Königskasse“
aufzufüllen. Das der Bürgerverein „seine“
Könige unterstützt, wo immer es geht, beweist auch
die Anschaffung eines eigenen Zeltes 1984. In diesem Zelt
- als Bestandteil der Residenz - haben schon viele „tolle“
Feste stattgefunden.
Unter der Präsidentenära von Willi Leyser und seiner
fleißigen Vorstandsgehilfen gründeten sich insbesondere
viele junge Züge. Und schließlich wurde 1993 in
Anlehnung an die Tradition der Tellschützen und Edelknaben
wieder ein „Nachwuchszug“ gegründet. Der
„jüngste“ Zug, der derzeit unter den Schützen
zu finden ist, sind die „Gillbachstrolche“, die
im Alter zwischen sechs und elf Jahren bereits voll in die
Gemeinschaft integriert sind und seit 1994 erste Schützenfestluft
schnuppern können. Die Uniformen der „Strolche“
werden vom Verein zur Verfügung gestellt, damit zunächst
einmal keine größeren Investitionen von den „Jungschützen“
abverlangt werden. Der Vorstand ist sich einig, das dieses
Engagement in die Jugendarbeit ein wichtiger Bestandteil der
seiner „Arbeit“ ist, um den Fortbestand der Tradition
aufrecht zu erhalten. Und die sich entwickelnde Eigendynamik
gibt diesem Engagement recht: Aus den „Gillbachstrolchen“
heraus sind mittlerweile wieder zwei neue Züge gegründet
worden. Die Jägerzüge "Jägermeister"
und „Gillbach Jäger“ haben sich zu eigenständigen
Vereinen konstituiert und verstärken das Regiment. Eine
Entwicklung, die die Hoffnung in sich birgt, das die Tradition
des Rommerskirchener Schützenfestes noch viele Jahrzehnte
weiterleben wird. Auch der Bitte des verstorbenen Präsidenten
Karl Küppenbenders „....... Haltet noch mehr zusammen.
Ich bin sicher, das der Verein dann weiterhin wächst
und noch viele Jahre besteht.......“ wird damit Rechnung
getragen.
Neben dem Engagement um den Fortbestand und die Weiterentwicklung
des Bürgervereins, fühlen sich die Schützen
- wie eingangs schon erwähnt - auch verantwortlich für
die Gestaltung des Ortsbildes und tragen ihren Teil bei der
Umsetzung zahlreicher Projekte bei. So übernahmen 1986
bei der Markteinweihung einzelne Züge des Bürgervereins
die Bewirtung. Der „Überschuss“ wurde dem
„Brunnenbau“ zur Verfügung gestellt. Ebenfalls
seit 1986 wird durch den Bürgerverein immer am 1. Adventssamstag
ein Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz aufgestellt und seit
1988 liegt die Pflege des Marktplatzes ausschließlich
in den Händen des Bürgervereins. Seit 1997 erstrahlt
die Kirchstraße und der Marktplatz zur Weihnachtszeit
immer in besonders festlichem Glanz. Pünktlich zur „stillen
Zeit des Jahres“ werden die „Heinzel-Schützen“
wieder aktiv und bereichern den Rommerskirchener Ortskern
um ein weiteres Highlight.
Eine kontinuierlich gute Vorstandsarbeit - aus der Historie
heraus bis zum heutigen Tage - und nicht zuletzt eine außergewöhnliche
Kameradschaft sind die Grundpfeiler für ein gut funktionierendes
Vereinsleben und die Bereitschaft zum Wohle der Gemeinschaft
tätig zu sein. Das in diesem Sinne auch die Geschicke
des Vereins weitergeführt werden - dafür sorgt gegenwärtig
gemeinsam mit seiner erfahrenen Vorstandsriege - Franz-Josef
Osterath als Präsident, der 1995 den heutigen Ehrenpräsidenten
Willi Leyser ablöste.
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